News: Neuer Trainer, alte Sorgen

Sonntag 1 Oktober 2017 20.18 MEZ

Wer geglaubt hatte, nach dem Trainerwechsel werde es beim FC Bayern sofort besser werden, grinste nach 50 Minuten selbstzufrieden vor sich hin, legte die Stirn nach 51 Minuten in Falten und schüttelte ab der 56. Minute nur noch entgeistert den Kopf.

Wie die Münchner bei der Hertha einen 2:0-Vorsprung verspielten – zum zweitenmal in Folge nach dem 2:2 gegen Wolfsburg – erinnerte doch fatal an die letzten Vorstellungen unter Carlo Ancelotti. Vorne wurde zwar die eine oder andere Chance herausgespielt, doch hinten herrschte Chaos pur.

"Für uns ist das Ergebnis ein bisschen ärgerlich. Wenn man 2:0 führt, muss man mit mehr Konzentration und Disziplin spielen", erkannte Interimscoach Willy Sagnol nach den 90 Minuten. "Wir haben viele Chancen gehabt und nur zwei Tore gemacht. Das ist eine Enttäuschung, wir hätten effizienter sein müssen."

Fünf Spieler, die Ancelotti in Paris draußen gelassen hatte, bekamen unter Sagnol eine neue Startelf-Chance, genutzt hat sie höchstens Mats Hummels, der per Kopf das 1:0 erzielte. Jérôme Boateng, Arjen Robben und der später schwer am Knie verletzte Franck Ribéry (Außenbandriss) taten wenig, um ihre Rehabilitierung zu rechtfertigen. "Wir müssen das Glück wieder erzwingen", merkte Joshua Kimmich trotzig an, doch davon war zumindest in der zweiten Hälfte in Berlin wenig zu sehen. Und deshalb scheint Sagnol recht zu haben, wenn er anmerkt: "Ohne Konzentration sind wir nicht mehr die stärkste Mannschaft Deutschlands."

Die Konkurrenz in Dortmund, Hoffenheim und Leipzig wird solche nachdenklichen Töne aufmerksam verfolgen.